Geschichte zum 1. Advent

Hallöchen zu recht später Stunde!

Ja ich weiß, es ist nicht mehr Sonntag und auch der heutige Montag neigt sich dem Ende zu. Aber ich hatte eigentlich vor gehabt, euch zum ersten Advent in diesem Jahr eine Geschichte zu schreiben. Das habe ich auch getan, nur rechtzeitig hierher geschafft hat sie es nicht. Darum gibt es sie heute. Und nun frohes Lesen! Liebe Grüße, Finnja :)

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Das Weihnachtshuhn Emma

Draußen war es schon bitterkalt und der Schnee lag so hoch, dass Schuhe darin verschwinden konnten. Fast alle gingen nur noch in Stiefeln hinaus, damit der eiskalte Schnee nicht in die Schuhe kroch und sie kalte, nasse Füße bekamen. Ja, es war sogar so viel Schnee gefallen, dass man Schlitten fahren konnte.

Emma – ein weißes kleines Huhn – zitterte ganz fürchterlich, weil es im Schnee saß. Für ein Huhn war es schon viel zu kalt draußen, aber irgendwie war sie aus dem warmen Stall hinaus in die Kälte geraten und fand nicht mehr zurück. Emma stapfte hierhin und dorthin, konnte aber den Weg, auf dem sie hergekommen war nicht mehr finden.

Immer wieder kamen ein paar Leute den Weg entlang, aber weil Emma ganz weiß war, bemerkte sie niemand. Und ihr Gackern ging in den Gesprächen, die die Leute führten, unter. Als es schließlich schon ganz finster war, traute sie sich nicht mehr, weiter zu laufen. In der Dunkelheit konnte sie nur ganz wenig sehen und vielleicht waren ja auch Füchse hier unterwegs. Also machte sie sich ganz klein, auch damit sie nicht so doll fror. An die Hauswand von einem kleinen roten Haus gekauert, blieb sie schließlich sitzen und gab nur Laute von sich, wenn zufällig noch Menschen vorbei gingen. Doch auch das gab sie irgendwann auf, es hatte ja doch keinen Zweck.

Es verging ein wenig Zeit, dann kamen zwei Kinder den Weg entlang und direkt auf das Haus zu. Emma versuchte schon gar nicht mehr, auf sich aufmerksam zu machen, da deutete eins der Kinder genau auf die Stelle, wo sie saß. „Schau mal!“, rief das Mädchen und ging auf Emma zu. Der Junge, der etwas älter als das Mädchen war, kam hinterher und meinte: „Guck mal, das zittert ja richtig. Lass es uns doch mit hinein nehmen. Das arme Huhn kann man doch nicht einfach hier draußen lassen!“

Und genau das taten sie auch, obwohl ihre Eltern davon zuerst nicht besonders begeistert waren. Aber ihr Vater fand schließlich auch, dass sie Emma unmöglich wieder draußen vor die Tür setzen konnten. Das Huhn war etwas verängstigt, aber froh, es endlich wieder warm zu haben. Fröhlich gackerte es etwas und schüttelte das feuchte Gefieder aus. Die Tropfen flogen und sie brachte alle zum Lachen. Damit Emma nicht wild durch die Wohnung laufen konnte und vielleicht den schon festlich geschmückten Weihnachtsbaum anpicken konnte, brauchten sie eine Idee. Nach ein paar Überlegungen viel der Mutter der beiden Kinder etwas ein: „Wir haben doch oben auf dem Dachboden noch Kartons, die wir zusammen bestimmt zu einer Wohnung für unser kleines Huhn umbauen können“.

So bastelten also alle gemeinsam an einer Unterkunft für Emma, die neugierig mal hier mal dort schaute, was sie so taten. Als sie dann mit dem Basteln fertig waren, hatten sie eine richtige kleine Wohnung für Emma. Mit ein wenig Stroh vom Nachbar und einer alten Wolldecke war es dann komplett. Sie setzten Emma hinein und die machte es sich sofort gemütlich, was war das nur für ein aufregender Tag für ein Huhn gewesen!

Am nächsten Tag dauerte es nicht lange, bis der Bauer Hugo, zu dem Emma gehörte, bemerkte, dass eins seiner Hühner fehlte. Es war wieder die kleine Emma, die immer mal wieder sehr neugierig war und sich so schon öfters irgendwie aus dem Hühnerstall davongemacht hatte und nicht wieder zurück fand. Hugo suchte und suchte, doch anscheinend war Emma sogar von seinem kleinen Bauernhof verschwunden. Dann begann er die Straße entlang zu gehen und fragte jeden, den er sah, ob nicht vielleicht ein kleines weißes Huhn irgendwo aufgetaucht wäre. Er gab keine Ruhe, bis er endlich bei der kleinen Familie im roten Haus fündig wurde.

Die Kinder wollten Emma eigentlich unbedingt behalten, doch das ging ja nicht! Außerdem wollte das Huhn sicher wieder zurück zu seinen Hühnerfreunden, konnte Hugo die Kinder schließlich überzeugen. Also nahm er Emma in einer Kiste mit einer weichen Decke mit und trug sie vorsichtig nach Hause. Die Kinder winkten noch und versprachen, so bald wie möglich mal zu Besuch zu kommen.

Am Bauernhof angekommen setzte der Bauer Hugo die kleine Emma wieder zurück in den Stall zu den anderen Hühnern. „Büchs mir nicht noch einmal bei diesem kalten Wetter aus, du bist doch so weiß, die findet man vielleicht nicht wieder!“, tadelte er Emma. Und als hätte sie es verstanden, nickte sie mit dem Kopf und machte es sich in ihrem Nest gemütlich.

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