Glücksgefühle, Emotionen, Hurricane ‘17

Wow. Dieses Festival hat in den etwa 5 Tagen einiges mit mir angestellt. Und genau darum soll es in diesem ersten Beitrag nach und zu dem Hurricane Festival 2017 gehen. (Die Ankündigung dazu gab es letzte Woche) Doch vorab noch ein paar Informationen, damit etwas nachvollziehbarer wird, warum diese Tage mich so sehr mitgerissen haben.

Das Hurricane Festival in Scheeßel war etwas ganz Besonderes für mich. Es war nicht nur mein erstes Festival überhaupt, nein ich habe dort auch mein allererstes ‚richtiges‘ Konzert miterlebt. Davor war das Größte vielleicht vor 100 oder 200 Menschen. Dazu kommt noch, dass ich mit zwei unfassbar großartigen und lieben Menschen diese Zeit verbringen durfte und mit einem davon fast meinen gesamten Musikgeschmack teile. Zuletzt ist vielleicht noch interessant zu wissen, dass ich nicht als Besucher da war, sondern als Mitarbeiter auf dem Gelände gearbeitet habe.

Der erste Moment, in dem ich mich richtig gefreut habe, war der, als ich meine Arbeitszeiten mitgeteilt bekommen habe und wusste, dass ich die drei Headliner Green Day, Linkin Park und Casper sehen kann. Das an sich ist schon großartig, aber dazu sei noch folgendes gesagt: Ich bin seit Jahren großer Linkin Park Fan und die Tickets für Konzerte sind so teuer, dass ich selbst als Fan das Geld nicht ausgeben würde. Abgesehen davon muss man dann natürlich noch Glück habe, dass sie überhaupt in der Nähe spielen und man da auch hin kann.  Also war an der Stelle schon klar, dass das gut wird, aber wie schön es dann letzten Endes war, damit habe ich nicht gerechnet.

Zu den Konzerten selber (alle, die ich gesehen habe, waren wirklich großartig) werde ich noch getrennt einen Beitrag schreiben, denn das würde sonst den Rahmen sprengen und diesen eigenen Beitrag haben sie wirklich verdient.

Das Wochenende hat mich komplett aus jeglicher Bahn gerissen und das war auch gut so. Im Prinzip war alles anders und es hat mir selbst sehr gut getan. Begonnen damit, dass ich quasi nur draußen war, selten gesessen und viel herum gelaufen bin. Ich hatte kein Smartphone mit, war nicht im Internet und habe selten mal eine SMS verschickt oder zur Absprache auf dem Gelände telefoniert. Von morgens (naja, eher mittags :D) bis abends waren wir unterwegs, ich habe nicht selbst gekocht, sondern richtig leckere Sachen an Essen ausprobiert (Falafel sind superlecker!). Für die Uni gelernt habe ich auch nicht oder auch nur irgendetwas gelesen oder geschrieben. Kurz gesagt, es war alles andere als Alltag.

Gearbeitet habe ich an drei Tagen jeweils 6 Stunden und das war weder körperlich noch für den Kopf ernsthaft anstrengend. Die restliche Zeit blieb, um zu Konzerten zu gehen, auszuschlafen, lecker zu essen und einfach Zeit mit Freunden zu verbringen und zu reden.

Durch diesen deutlichen Unterschied zu dem Alltagstrott, in dem ich mich sonst befinde, hat sich mein Kopf komplett entspannt. Wer mich gut kennt oder schon mehr von mir gelesen hat weiß, dass ich gut darin bin, mir Sorgen zu machen und viel zu viel über Dinge nachzudenken. Genau diese Dinge waren einfach weg, keine Zukunftsängste oder Bedenken haben sich in meinen Kopf geschlichen und mich mit ihrer Anwesenheit genervt. Gleichzeitig damit hat sich auch mein Körper entspannt. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem Essen, was es dort gab, obwohl ich auf nahezu nichts geachtet habe (ein ausführliches Update zu meiner Ernährung, etc. wird in nächster Zeit auch noch kommen).  Dazu kamen ganz entspannte weiche Schulterpartien, wahrscheinlich auch deswegen, weil ich so wenig gesessen habe. Klar, meine Füße waren etwas plattgelaufen, aber auch nur später am Abend, sodass das eigentlich kein Problem war.

Auch war ich noch bis Dienstag komplett geflasht von den Erlebnissen. Einfach diese unfassbar vielen Menschen, die dort sind und laut auf den Konzerten mitsingen und feiern, den Fakt, dass dich niemand wegen irgendwas schief anschaut und du tanzen und singen kannst, ohne dass sich irgendwer über dich beschwert. Alle sind so laut, dass die eigene Stimme mit der Masse verschmilzt und selbst die, die man nicht ertragen möchte, wenn sie singen, alles raus lassen können.

Von dem Riesenrad, was zentral dort steht, haben wir die Menschenmenge gesehen, die sichfast zwei Stunden vor dem Linkin Park Konzert angesammelt hat und es waren einfach so viele, es war unglaublich. Dass diese ganzen Menschen diese Band genauso feiern wie ich und die Texte mitsingen können und weitersingen, wenn auf der Bühne geschwiegen wird, hat mich so sehr beeindruckt, dass ich dafür keine passenden Worte finden kann. Ich glaube, dass dieses Gefühl einfach etwas ist, was man nur dann wirklich verstehen kann, wenn man das einmal selbst miterlebt hat.

Diese ganzen für mich nie zuvor dagewesenen Dinge haben auch dazu geführt, dass ich den Montag, Dienstag und etwas vom Mittwoch gebraucht habe, um wieder zurecht zu kommen. Es klingt so merkwürdig, aber so ist es nun einmal. Ich glaube, dass es für meinen Kopf einfach unerwartet viele neue Informationen und Empfindungen waren, die erst einmal verarbeitet werden mussten. Immer wieder habe ich Momente von den Konzerten im Kopf und Ohrwürmer von Liedern, die gespielt wurden. Aber während ich am Dienstag nichts auf die Reihe bekommen habe, weil ich irgendwo zwischen niedergeschlagen, emotional mitgenommen und müde war, macht es mich jetzt einfach sehr glücklich. Das fühlt sich gut an. Ich erinnere mich an diese schönen Momente und sofort stiehlt sich ein Lächeln auf mein Gesicht, was so schnell nicht wieder verschwindet.

Fest steht, dass das nicht mein letztes Festival gewesen sein wird. Wenn ich es zeitlich schaffe und mir nichts dazwischen kommt, was ich nicht verschieben kann, werde ich nächstes Jahr wieder dort sein. Und darauf freue ich mich jetzt schon sehr, denn dieses Wochenende war einfach großartig.

Liebe Grüße, Finnja.

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