Brachliegende Ideen

Moin!

Die Leute unter euch, die selbst auch schreiben, sei es kreativ oder auf Basis von Recherchen, etc. werden diese Problematik wahrscheinlich kennen. Es geht darum, dass ich einen ganzen Stapel voller Ideen habe, die ich gerne verschriftlichen würde, aber nicht dazu komme.

Nun. Erst einmal: Was liegt da bei mir eigentlich so alles in meiner ‚Ideen-Schublade‘ herum?

Zum einen sind es Ideen für Blogbeiträge. Wann immer mir etwas einfällt, worüber ich schreiben könnte, schreibe ich es mir auf, meist in mein geliebtes Notizbuch. Am Ende von jedem Monat sehe ich dann nach, was sich da denn alles so angesammelt hat und was ich nicht in einen Beitrag gesteckt habe. Das sehe ich recht schnell auf einen Blick, weil ich veröffentlichte Themen für gewöhnlich abhake. Beziehungsweise habe ich ein 3-Schritt-abhak-System für mich ‚entwickelt‘. Der erste Schritt ist die Sammlung von Gedanken zum Thema in Form von Stichpunkten, der zweite die tatsächliche Verschriftlichung und der dritte das Veröffentlichen.

Der zweite große Teil von Ideen, die vor sich hin schlummern (und das deutlich mehr, als bei den Blogideen), sind Geschichten. Meist angefangene Ideen, kurze Szenerien, zu denen eigentlich noch viel mehr gehört hat und so weiter. Längere Geschichten zu schreiben erfordert ganz schön viel Zeit und auch kreative Energie und Ideen. Die drei Dinge sind aber nicht immer alle gleichzeitig da und so passiert es mir sehr oft, dass eine Idee nur maximal ein paar Seiten lang wird und dann in einen ewigen Dornröschenschlaf fällt.

Wegen dieser vielen Ideen, die irgendwo auf Papier stehen und in diversen Ordnern verschwunden sind, habe ich mir Gedanken gemacht, warum das so ist. Woran liegt es, dass ich so viele Dinge nicht fertig stelle oder es zumindest immer weiter raus schiebe. Als ich dann so da saß und mir Notizen dazu machte, stellte ich fest, dass es bei den Blogeinträgen und den Geschichten im Grunde die gleichen Probleme sind.

  1. Fehlender Plan

Bei fast allen angefangenen Sachen ist die Idee zwar da, aber ein Plan, wohin das Ganze führen soll und wie das Ende aussieht, fehlt. In den Geschichten ist es der grobe Verlauf, der fehlt und in den Blogeinträgen ist es die konkrete Struktur mit ‚echten‘ Stichpunkten.

  1. Die Zeit

Ja. Da zeigt sich wieder eine Problematik, die mir und ich denke auch vielen anderen nicht unbekannt ist. Gefühlt fehlt die Zeit, sich noch an etwas dran zu setzen. Klar, wenn es schon halb eins ist und ich am nächsten Morgen raus muss, fange ich dann auch nichts mehr an. Dann sind es höchstens ein paar wenige Stichpunkte, damit mir die Idee nicht verloren geht. Aber ganz ehrlich, was bringen die ganzen Ideen, wenn sie niemals über diesen Status hinaus kommen?

  1. Fehlender Bezug, zu lange her

Dieser Punkt betrifft vor allem angefangene Geschichten und weniger die Blogeinträge. Ich habe bei zwei Geschichten, die ich vor Jahren angefangen habe, tatsächlich einige Seiten geschrieben. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass man nach einer gewissen Zeit ein wenig den Bezug zu so einer Geschichte verliert. Das, was man an der Idee besonders gut fand und wie man geschrieben hat, findet man nun nicht mehr besonders gut. Wahrscheinlich betrifft das eher Leute wie mich, die sich in den letzten etwa fünf Jahren relativ viel verändert haben, weil sich das gesamte Leben verändert hat. Ich denke man kann nachvollziehen, dass es einen recht deutlichen Unterschied macht, ob man fünfzehn oder zwanzig ist und die Schule hinter sich gebracht hat.

Nachdem ich dann ja wohl meine ‚Fehlerquellen‘ ausfindig gemacht habe, muss eine Lösung für diese Probleme her. Zumindest habe ich das Bedürfnis, für dieses persönliche Dilemma eine Lösung zu finden.

Zum Thema mit der Zeit. Ich denke ich werde mir in Zukunft mindestens ein bis zwei ‚Termine‘ in der Woche frei halten. Ein paar Stunden, in denen ich nichts weiter vor habe. In dieser Zeit kann ich dann Pläne für Geschichten schmieden, mir Charaktere ausdenken und all das tun, was mit kreativem Schreiben zusammenhängt. Auch meine Blogeinträge gehören dazu. Am liebsten würde ich es schaffen, mindestens einmal pro Woche (am Sonntag?) einen Beitrag zu veröffentlichen.

Wie sieht es mit der Planung aus? Genau da muss ich wohl auch ansetzen. Wahrscheinlich werde ich es mir immer wieder vor Augen führen müssen, aber ohne einen konkreten Plan bleibt es eher nur bei einer Kurzgeschichte, einer Idee. Wenn man etwas Längeres schreiben möchte, muss wohl ein grober Leitfaden her. Das Gleiche gilt auch für Blogeinträge. Sobald ich eine Idee habe, schreibe ich sie ja auf, aber wenn ich dann mal etwas mehr Zeit habe – oder sie mir nehme -, müssen konkrete Stichpunkte her, an denen mich entlang hangeln kann. Das führt sehr wahrscheinlich auch dazu, dass man nicht wild drum herum schreibt, sondern auch zum Punkt kommt, der eigentlich wichtig ist.

Dann bleibt nur noch der zu große Abstand, den ich das ein oder andere Mal zu einer Geschichte gewonnen habe. Wobei gewonnen hier wohl eher unpassend ist :’D  Was tut man also mit diesen Geschichten, die von einem Ich geschrieben wurden, was gefühlt so anders war, als ich es jetzt bin? Ich denke da lohnt es sich, die komplette angefangene Geschichte einmal zu lesen und sich dann zu überlegen, ob man sich da noch reindenken kann. Vielleicht fällt es einem erstaunlicherweise doch noch relativ leicht, sich in die Situation zu versetzen, in der man diese Geschichte begonnen hat. Wenn das so ist, dann geht es direkt in die Planung des Verlaufs der Geschichte. Wie soll es weitergehen? Worauf läuft die Geschichte hinaus? Was kann man verwerfen, was sollte man neu gestalten? Allerdings kann es sicher auch so sein, dass einfach zu viel Zeit vergangen ist und man an jeder Ecke des geschriebenen Textes etwas auszusetzen hat. Dann ist es denke ich Zeit, diese Geschichte als nette Idee, aber nicht mehr umsetzbar abzuschließen. Ich glaube, dass mir das doch recht schwer fällt, weil teilweise auch viel Zeit und Herzblut darin steckt. Ich denke da vor allem an zwei Geschichten, von der die eine über zwanzig handgeschriebene Seiten hat. Aber das ist eben dieser Punkt, an dem man sich etwas Neues aneignen muss, an dem man sich auch mal von etwas trennen muss, wenn es keinen Sinn ergibt, weiter zu machen.

Vielleicht helfen diese Ideen mir und auch anderen kreativen Köpfen. Sobald ich dieses ‚Konzept‘ durchgezogen habe und Ergebnisse sehe, werde ich euch davon berichten. Ob es geholfen hat direkt Pläne zu machen und wie es läuft mit dem ’sich Zeit nehmen‘. Bis dahin euch einen ganz wundervollen Tag und lasst sehr gerne eure Erfahrungen, Probleme und Lösungen in Bezug auf das (kreative) Schreiben da.

Liebe Grüße, Finnja

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2 Gedanken zu “Brachliegende Ideen

  1. Huhu! :)
    Irgendwie.. lese ich deine Beiträge immer, aber komme est später zum Kommentieren zurück.. was meistens eben auch an der von dir schon erwähnten Problematk mit der Zeit liegt.. aber auch mit der irgendwie nötigen Ruhe/Atmosphäre um zu schreiben.. und genau das ist auch etwas was ich deiner Liste an „Problemen“ noch hinzufügen würde.. Es ist nicht nur die Zeit (die man sich einfach mal nehmen sollte) sondern ich brauche auch immer eine gewisse Gefühlslage um etwas zuschreiben, zumindest wenn es meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden soll und nicht einfach herzlos, schnell um einfach etwas geschrieben zu haben.
    In allen anderen Punkten habe ich mich einfach komplett wiedererkannt.. und deine Lösungsansätze dafür finde ich sehr gut, insbesondere die Sache mit der eingeräumten Zeit nur fürs Schreiben.. sollte ich vielleicht auch mal (wieder) machen.

    Ich denke, es könnte auch interessant sein die Geschichten von damals mit deiner heutigen Denk- und Sichtweise weiterzuführen.. die Kombination aus dem alten und dem neuen Denken und Fühlen könnte ja auch zu ganz neuen Charakteren oder Handlungen führen :)

    ~ Fabi

    Gefällt 1 Person

    • Guten Abend auch :)
      Oh ja. Das mit dem später kommentieren kenne ich zu gut :’D es passiert mir andauernd.
      Ja. Bei der Atmosphäre/Stimmung würde ich dir auch grob zustimmen. Wobei es mir oft hilft, passend Musik leise im Hintergrund an zu machen oder mich an einen Ort begebe, der mich irgendwie inspiriert.

      Über die neue Weiterführung von Geschichten habe ich so noch nicht wirklich nachgedacht. Aber wahrscheinlich ist es einen Versuch wert. An diesem Wochenende habe ich wieder ein bisschen mehr Zeit für mich, vielleicht werde ich das mal in Auge fassen.
      Liebe Grüße :)

      Gefällt 1 Person

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