Geschichte zum 1. Advent

Hallo ihr lieben Leser.

Wir sind nun in der Weihnachtszeit angekommen und bereits letztes Jahr habe ich versucht, wie für einen Adventskalender jeden Tag eine Geschichte zu schreiben. Eine kurze Geschichte versteht sich. Leider ist es bei mir an der Zeit und Ruhe gescheitert. Am Ende hatte ich einfach nicht mehr genügend Ideen dazu. Dieses Jahr bin ich das etwas anders angegangen und es wir nun zu jedem Advent eine kleine Geschichte zum Lesen geben. Heute gibt es daher die erste, denn heute ist der erste Advent, wenn auch noch nicht im Dezember. Nehmt euch einen Tee und kuschelt euch warm ein. Lasst uns diese gemütliche Zeit genießen. Die heutige Geschichte beginnt in einem Wald abseits von menschlichem Weihnachtstrubel.

 

  1. Advent

Die leuchtenden Farben des Herbstes waren dem tristen Grau des frühen Winters gewichen und die Bäume standen kahl am Straßenrand. Nur einige Nadelbäume gaben den Wäldern etwas Farbe, doch selbst ihr Grün schien nicht so satt zu leuchten wie noch vor ein paar Wochen.

Ein kleines Rudel Wölfe trottete durch die tristen Wälder und seit es kein trockenes Laub mehr gab, spielten die kleinsten nur noch wenig miteinander. Die Welpen waren jetzt etwas über ein halbes Jahr alt, es waren drei Geschwister, die im Frühling geboren waren. Als der Herbstwind noch ganze Laubberge aufgetürmt hatte, war ihre Lieblingsbeschäftigung gewesen, in ihnen herumzutollen und verstecken zu spielen. Doch jetzt waren sie ganz ruhig und liefen –ohne einen von den anderen Wölfen zu ärgern- mit dem Rudel mit.

Nachdem sie eine kleine Weile durch den Wald getrabt waren, kamen sie nun in offeneres Gelände. Wiesen und brach liegende Felder lagen nun vor ihnen. Plötzlich jaulte einer der Kleinen los und machte einen Satz nach hinten, um dann unabsichtlich auf seinem Hinterteil zu landen. Ein paar ältere Tiere blieben stehen und drehten sich um und schauten den kleinen grauen Wolf an. Dieser saß mit weit aufgerissenen Augen auf dem Boden und schielte auf seine Nase.

„Etwas ganz furchtbar kaltes ist auf meine Nase gefallen und jetzt ist es plötzlich weg!“, jammerte er, wobei er auch ein wenig erstaunt klang. Sein Geheul hatte nun das gesamte Rudel zum Stehen gebracht. Dann trat einer der ältesten Wölfe nach vorne, er hatte schon eine hellgraue Schnauze und über sein Gesicht huschte nun ein Schmunzeln. Er sah den Welpen an und sagte dann: „Ach Kleiner, das ist bloß der erste Schnee in diesem Winter“. Und einer der anderen deutete mit seinem Kopf in Richtung des Himmels.

Die Augen des Welpen und auch die seiner Geschwister, die dazu gekommen waren, wurden immer größer, als sie ihre kleinen Köpfe nach oben drehten. Und mit dem Blick in Richtung des Himmels, sahen sie den ersten Schnee ihres Lebens, der als kalte Flocken auf ihre Nasen fiel und dort schmolz.

 

Irgendwann wurde das kalte Nass zur Last, doch die erste Zeit und immer mal wieder zwischendurch, tollten die drei Geschwister durch hohe Schneewehen und jagten den Flocken nach, die so zart vom Himmel fielen.

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2 Gedanken zu “Geschichte zum 1. Advent

  1. Da ich mich gerade rückwärts durch die Einträge arbeite las ich also die Geschichte zum zweiten Advent vor dieser hier..Und kann mich fast nur wiederholen :) Der erste Schnee ist immer etwas besonderes, aber irgendwie jede Saison.. Es gibt kaum einen schöneren Anblick als den Flocken dabei zuzusehen, wie sie die Welt in eine ganz eigene Art von Stille hüllen und des Nachts einfach traumhaft aussehen, wenn dazu in den Häusern noch warme Lichtern brennen und die Umgebung ganz sanft dieses Leuchten reflektiert…
    Sehr schöne Geschichte, danke dafür :3

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    • Oh ja. Ich freue mich auch sehr auf den Schnee. Die Stille, die dann einkehrt und das Glitzern auf der Oberfläche, wenn der Schnee eine Frostschicht bekommt, sind wunderschön :)

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