Menstruationscups. Eine mehr als brauchbare Alternative.

Heute gibt es von mir ein wirklich echtes Mädchenthema: Menstruation.

Genauer gesagt, Menstruationscups.

Ja richtig gehört. Es ist ein Thema, über das meiner Meinung nach zu wenig geredet wird, dabei betrifft es ja etwa 50% aller Menschen eine Zeit lang in ihrem Leben. Grund genug, sich damit mal auseinanderzusetzen. Heute soll es aber nicht um die Menstruation selbst gehen, sondern um eine Form der Bewältigung der ausströmenden Blutmassen. Ja, nee. So viel ist es gar nicht. Aber genug um uns zu nerven ist es allemal.

Ein Menstruationscup, was ist das überhaupt?

Es ist eine Alternative zu den „herkömmlichen“ Produkten, die es gibt. Ein Menstruationscup (auch einfach Cup) ist ein etwas wie ein Becher geformtes Teil aus medizinischem Silikon (d.h. Bakterien können darauf quasi nicht wachsen), was man an seinen Tagen anstatt Tampons, Binden, usw. nutzen kann. Er wird ähnlich wie ein Tampon eingeführt, funktioniert aber anders. Richtig platziert, fängt es das Menstruationsblut auf und ist auch komplett dicht und zuverlässig. Man kann ihn dann leeren und wieder einführen. D.h. er ist wiederverwendbar.

Warum habe ich einen Cup?

Er bietet viele Vorteile und ich persönlich bin über YouTube Videos darauf gestoßen. Dann habe ich mir die Informationen von Herstellern angesehen. Nach einigen Überlegungen habe ich mir dann einen zugelegt und nutze ihn seitdem. Ich bin damit wirklich zufrieden.

Was für einen habe ich? Was gibt es noch für welche?

Ich habe einen Cup von Ruby Cup (www.ruby-cup.com), da ich mir etwas unsicher war und dann wenigstens etwas Gutes tun wollte, falls er an mir ‚verschwendet‘ ist, wenn ich damit nicht klargekommen wäre. Bei dem Kauf eines Cups, wird dort auch einer gespendet, um Mädchen in Afrika zu helfen. Näheres dazu findet ihr aber auf deren Seite. Lest euch das gerne mal durch. Ich muss leider gestehen, dass ich ihn über Amazon gekauft habe, aber man kann natürlich auch direkt auf der Seite bestellen.

Es gibt aber noch weitere Anbieter von Cups, da wäre zum Beispiel

Meluna (www.me-luna.eu), sie bieten besonders viele verschiedene Varianten und Formen an

Lady Cup (www.ladycup.de)

DivaCup (www.divacup.com)

Lunette (www.lunette.com)

Es lohnt sich in jedem Fall, auf einer Seite mal die Informationen zu den Cups zu lesen. Wo/Bei wem ist im Prinzip egal.

Falls ihr nicht im Internet bestellen wollt/könnt, lohnt es sich nachzuschauen oder nachzufragen, ob ihr die auch in eurer Apotheke bekommt, das ist nämlich meistens der Fall! (inzwischen gibt es sogar in manchen Drogieriemärkten welche!)

So sieht meiner aus:

P1040783.JPG

P1040786.JPG     P1040787

Wie benutzt man einen Cup?

In Worten ist das schwerer zu beschreiben, als in Bildern. Deswegen schicke ich euch mal auf diese Seite → www.ruby-cup.com/de/menstruationstasse/anwendung/

Dort gibt es eine gute und anschauliche Erklärung.

Bleibt nur noch zu sagen, dass der Cup (nachdem die Regel vorbei ist) abgekocht und damit sterilisiert wird. Wie lange genau, steht dann auch in der Gebrauchsanweisung.

Welche Vorteile bringt so ein Cup mit sich?

Viele, die Tampons benutzen, kennen doch sicher diese super Packungsbeilage, wo die Benutzung usw. drauf steht. Genau dort gibt es auch Informationen zum Thema TSS. Allerdings ist vielen nicht wirklich bewusst, was genau das ist. Hier empfiehlt sich dann ein kurzer Blick in den Wikipediaeintrag. Es ist gefährlicher, als man denkt, auch wenn es doch recht selten auftritt. Dazu kommt aber, dass es vor allem auch mit der Nutzung von Tampons in Verbindung gebracht wird. Das liegt wohl vor allem daran, dass Tampons einfach auch oft zu lange nicht getauscht werden. Ich kann das Verhalten verstehen, ich hab es lange selber auch so gemacht. Vor allem, wenn er so lange auch wirklich hält, warum sollte man ihn dann wechseln? Genau aus dem Grund, weil sich mit dem Blut dort auch Bakterien ansammeln können. Man sollte das natürlich vermeiden. So sollte auch das Händewaschen vor dem Einführen Pflicht sein.

Zurück zu den Cups. Sie wurden bisher noch nicht mit TSS in Verbindung gebracht, ein erster Vorteil. Durch das spezielle Silikon und die besondere Oberfläche wird es Bakterien sehr schwer gemacht dort zu wachsen. Das führt dazu, dass, wenn er nicht schon vorher voll ist, der Cup bis zu 12 Stunden bedenkenlos getragen werden kann (im Bezug auf das Bakterienwachstum). Genaue Infos dazu gibt es auch bei den Herstellern.

Zu diesem großen Vorteil, kommen für mich noch viele kleinere andere.

Zum einen wäre da, dass man nicht immer daran denken muss, genügend Tampons mitzunehmen (z.B. wenn es in den Urlaub geht). Man hat diesen Cup und der wird ja geleert und wieder eingeführt. Man hat also immer ‚alles bei sich‘. Dazu kommt, dass man sich nicht darüber ärgern muss, dass kein Mülleimer auf der Toilette ist, denn man braucht keinen. Der Müll, den man mit Tampons, Binden usw. verursacht, fällt dem entsprechend auch weg.

Als nächstes ist da noch der Fakt, dass man mit der Nutzung von Cups auch keine ‚Chemie‘ mehr in sich hinein schiebt, da Tampons natürlich speziell behandelt sind, sonst könnte ein solcher Wattebausch niemals genügend Blut auffangen, dass es hilfreich wäre (das Ganze gilt natürlich nur für Tamponbenutzer). Außerdem ist mir auch positiv aufgefallen, dass man nicht mehr so ausgetrocknet wird. Leute, die Tampons benutzen, kennen das sicherlich. Bevor man irgendwo hingeht, noch eben zu Hause wechseln. Leider ist der Tampon dann oft nicht voll genug und es ist dann wirklich unangenehm den alten zu entfernen und auch den neuen Tampon einzuführen. Genau das hat man bei den Cups nicht. Denn sie fangen das Blut nur auf und saugen es nicht (mit allen anderen Flüssigkeiten) auf.

Welche Nachteile gibt es?

Natürlich ist nicht alles komplett rosig. Es gibt auch ein paar Nachteile, allerdings finde ich persönlich, dass man sie ganz gut wieder ‚aushebeln‘ kann.

Als erstes wäre da der Preis. So ein Cup ist nicht ganz günstig und viele überlegen es sich sehr gut, ob sich das lohnt. Aber wenn man noch einmal darüber nachdenkt fällt einem ein wichtiger Punkt auf. Man kann die Cups (bei guter Pflege natürlich) 5 bis tlw. sogar 15 Jahre nutzen. Rechnet man das auf die Monate runter, ist es nicht mehr besonders viel. Im Gegenteil, es lohnt sich sogar. Denn nach dem Kauf, kann man auf die anderen Produkte verzichten.

Ein weiterer negativer Punkt wäre, dass es am besten wäre, ein Waschbecken in Reichweite zu haben. Auf öffentlichen Toiletten ist das wohl kaum der Fall und ich würde ehrlich gesagt dort nicht meine Kabine verlassen, um vorne dann den Cup auszuspülen. Zu hause ist das eher kein Problem. Aber auch hier gibt es eine Aushilfe. Leert man ihn zwischendurch aus, kann man auch mal auf das Ausspülen verzichten. Anstatt dessen kann man den Cup auch gut mit Toilettenpapier auswischen. Oder aber, man hat eine kleine Flasche Wasser dabei, um das dann eben auf der Toilette erledigen zu können.

Als letzter Punkt würde ich noch die Handhabung erwähnen. Ich fand es am Anfang nicht besonders leicht, damit umzugehen. Es erfordert ein bisschen Übung, damit alles klappt und am Anfang braucht man eben ein bisschen länger. Allerdings kann ich versichern, dass es bei mir gar nicht mal so lange gedauert hat, bis ich da relativ sicher war. Zwar brauche ich ein wenig länger, aber wenn man das ganze Auspacken von Tampon oder Binde, wegschmeißen usw. einrechnet, ist es gar kein so großer Unterschied mehr.

Tipps & Hinweise

Nehmt euch Zeit und entspannt euch. Vor allem, wenn ihr es zum allerersten Mal testet. Probiert ruhig verschiedene Faltungen aus und testet, welche euch am besten liegt. Jeder ist da anders. (Es gibt nämlich verschiedene Methoden den Cup zu falten, bevor man ihn einführt, schaut mal hier → www.menstruationstasse.de/benutzen/menstruationstasse-falttechniken) Manchmal kann es auch helfen, den Rand etwas mit Wasser zu befeuchten.

Auch würde ich empfehlen, den Cup das erste Mal zu benutzen, wenn ihr in der Zeit viel zu Hause seid (z.B. in den Ferien, über ein langes Wochenende usw.). Da habt ihr deutlich mehr Ruhe, als wenn ihr unterwegs seid. Außerdem könnt ihr dort auch einfacher öfter wechseln, um ein Gefühl für die Menge von Blut zu bekommen, die bei euch so ‚anfällt‘. Dann kann man besser abschätzen, wie lange man den Cup tragen kann.

Am Anfang hab ich auch oft Slipeinlagen (ganz dünne) getragen, falls der Cup dann nicht ganz offen war, war es nicht schlimm. Allerdings ist mir das auch nur am Anfang passiert und inzwischen fast gar nicht mehr.

Kontrolliert gut, ob der Cup auch richtig offen ist! Einmal drum herum fahren und fühlen, ob da noch eine ‚komische Delle‘ ist oder sich alles glatt anfühlt.

So komisch es klingen mag, schaut nochmal nach, nachdem ihr den Cup ausgeleert und abgespült habt, ob auch vom Blut darin nichts übrig ist. Ich bin sicher, ihr würdet es auch nicht besonders ansehnlich finden, wenn ihr auf die Toilette geht und dort ein schöner roter Fleck drin ist :D

_________

Das war eigentlich alles, was ich zu dem Thema zu sagen habe. Es gibt auf YouTube einige interessante Videos zu dem Thema, sucht einfach nach „Menstruationstasse“, da werdet ihr sicher fündig. Ein Video, was ich empfehlen kann, ist dieses hier: www.youtube.com/watch?v=nqT-8AHi1s4

Falls es aber noch offene Fragen gibt, her damit, ich beantworte sie gerne!

Alles Liebe und einen schönen Tag noch

Eure Finnja

** edit am 23.März 2016

Als ich am vergangenen Wochenende in der Stadt war, bin ich auch kurz durch den DM gelaufen, weil ich noch etwas brauchte. Erstaunt habe ich festgestellt, dass es dort tatsächlich Cups von MeLuna zu kaufen gibt! Natürlich weiß ich nicht, inwieweit das im regulären Sortiment ist, aber für alle die, die nicht online bestellen (können oder wollen) ist das auf jeden Fall mal einen Blick wert :)

** edit am 27.April 2016

Ich noch ein paar Bilder fürs ‚Vorstellungsvermögen‘ mit dazu gesetzt :)

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5 Gedanken zu “Menstruationscups. Eine mehr als brauchbare Alternative.

  1. Liebe Finnja,

    sehr schön zu lesen.
    Ich bin vor kurzem auch umgestiegen und noch in der Übungsphase, aber schon überzeugt! Von den verschiedenen Falttechniken wusste ich noch nichts, danke für die Tipps.

    Liebe Grüße
    Luisa

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Finnja,
    Ich habe seit einiger Zeit eine MeLuna und bin total begeistert! Bei der ist der Preis so, dass man es ohne groß drüber nachzudenken mal ausprobieren kann, fand ich. Und im DM gibt es die bei uns auch, daher denke ich, dass die generell im Sortiment sind.
    Toll, dass du so offen über das Thema schreibst. =D
    Liebe Grüße
    Die Ingwerkatze

    Gefällt 1 Person

    • Ja das stimmt, seit einiger Zeit gibt es in der Drogerie mehr Angebote dahingehend, was ich auch sehr schön finde :)
      Ich überlege auch, ein Update zu schreiben, weil der Artikel doch schon recht alt ist
      Liebe Grüße zurück :)

      Gefällt mir

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